Westmark : Roman aus dem Elsaß by Friedrich Lienhard

(28 User reviews)   7538
By Brenda Hill Posted on Dec 21, 2025
In Category - Bioethics
Lienhard, Friedrich, 1865-1929 Lienhard, Friedrich, 1865-1929
German
Ever feel like you're caught between two worlds? That's the heart of Friedrich Lienhard's 'Westmark.' Forget dry history—this is a story about people. It's set in the Alsace region after the Franco-Prussian War, a place and time where loyalties were torn. The book follows characters whose lives are upended as their homeland becomes part of Germany. It's not just about treaties and borders; it's about a young teacher, a farmer, and others trying to figure out who they are when the ground literally shifts beneath their feet. If you love historical fiction that feels personal, this one's a hidden gem. It makes you wonder what you'd do if your national identity was suddenly rewritten.
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seine schwermütigen Gedanken über die Heimat hinauswandern ließ. Pfarrer Johann Friedrich Arnold amtierte seit Kriegsbeginn in seinem Heimatdorfe Lützelbronn. Aber so friedlich sich auch das Dörfchen zu seinen Füßen von hier oben beschauen ließ: welch ein Lebenswirrsal lag hinter dem stillen Manne! Er hatte einige Jahre auf seinem kleinen Landgut Windbühl gesessen und gesonnen; er hatte noch früher als philosophischer Privatdozent in Heidelberg Fuß zu fassen gesucht. Er galt bei seinen Landsleuten und Amtsgenossen zwar als »arg gelehrt«, genoß auch als vornehmer Charakter unbestimmte Achtung, erschien aber doch den meisten als ein etwas abenteuerlicher Sonderling, der seine Ziele überspannt hatte und nun eigentlich in einer unfruchtbaren Ecke saß. Der Elsässer hatte von einem Landsmann gelesen, der vor hundert Jahren im Steintal, tief im Wasgenwalde, segensreich gewirkt hatte. Die »Zeder« hatten sie jenen schlichten, frommen und festen Pfarrer von Waldersbach genannt. Im Jahre 1826, im hohen Alter von sechsundachtzig Jahren, war der Allverehrte gestorben. Jenen Patriarchen Friedrich Oberlin hatte er sich zum Vorbilde genommen. Es waren in jenem Edelmenschen Fähigkeiten an der Arbeit gewesen, die sich einst beruhigend und beseelend auf die Umwelt ausgestrahlt hatten. »Ich habe mir selbst ähnliche Kräfte auszuwirken gewünscht«, dachte der Spätling auf seinem Hügel. »Allein das Schicksal hat mir kein Wirkungsfeld gestattet.« Er sah im Geist seine leidvoll hingesiechte Frau; er sah sich erschüttert vor ihrem verzerrten Angesicht stehen bei jenem letzten furchtbaren Besuch im Irrenhause ... Er sah im Geist seinen Sohn, der jetzt da unten im Giebelzimmer des Pfarrhauses saß, mit einer Nervenerschütterung heimgekommen aus der Somme-Schlacht ... Und jäh zuckte nun er selbst empor. Ein ferner Kanonenschuß! Das kam aus den Südvogesen. Unheimlich, ob auch gedämpft, rollte das nun wieder Schlag um Schlag über die lang widerhallenden Berge. Es gab Tage, wo diese Batterien nur tropfenweise zu vernehmen waren; und andre Tage, wo die Fenster zitterten. Zwei Völker rangen dort wieder um des deutschen Reiches Westmark! Zwei nur? Nein, viele Völker! Seit vier Jahren schon ein Lebenskampf zwischen Deutschland und fast der ganzen übrigen Welt! Und dieses deutsche Elsaß-Lothringen, dieses Alemannenland, das die Gegner eine geraubte französische Provinz zu nennen wagten, war bei alledem eins der leidenschaftlich umstrittenen Kampfziele. Auf den Tag der Rache hoffte ja Frankreich seit Jahrzehnten! Auf den Tag der Rache hatte auch im Elsaß eine kleine gehässige Minderheit gewartet und gewühlt seit Jahrzehnten! Nun hatten sie ihren Rachekrieg. Europa blutete. Und das Niederträchtige dabei war, daß die feindlichen Völkerschaften dem deutschen Volk und dem deutschen Kaiser alle Schuld zuschoben ... Vier Jahre Weltkrieg! Er dachte an die ersten lodernden Kriegstage zurück: wie er Schwester und Tochter seines damals krank liegenden Nachbarn und Freundes Bieler noch im letzten Augenblick aus den Südvogesen holte. Welche Flucht! Die furchtbaren Donnerschläge der Kanonen, die hinter ihnen den dunkelblauen Nachthimmel in rote Glut und die Dörfer in Rauch und Brand verwandelten! Die Franzosen waren über die Schlucht und von Belfort her in Gebirg und Ebene eingebrochen. Eine Reihe von elsässischen Ortschaften wurde besetzt; die Bevölkerung der Kampfzone floh. In einem kleinen Gefährt holte er noch rasch die zwei Frauen, die dort auf Besuch waren. Jenes ganze Dorf war auf der Flucht. Bald wuchteten Bergwände hinter dem Zug der verstörten Flüchtlinge. Die Sinne vernahmen wieder die Geräusche der Nähe. Lauter knarrten und ächzten die Wagen; die schlürfenden Schritte und das Schnaufen der Rinder machten sich stärker vernehmbar; ein Husten oder Niesen klang kühner hinaus; auch zahlreicher als zuvor ein Weinen oder eines Kindes Geplärr. Und vernehmlich rauschte neben der Straße der mitwandernde Waldbach, der sich gleich jenen Elsässern in die Rheinebene zu flüchten schien. Wohl verfolgte dumpfer Kanonenton Gehör und Gemüt noch lange. Doch das...

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Friedrich Lienhard's Westmark is a novel that pulls you into a specific, turbulent moment: the Alsace region in the years after it was annexed by the German Empire in 1871. The story doesn't focus on generals or politicians, but on the everyday people living through the change.

The Story

We follow a cast of characters, including a dedicated local teacher and a family rooted to their land, as they navigate this new reality. German officials arrive, new laws are enforced, and the French language and customs many hold dear are pushed aside. The central conflict isn't on a battlefield, but in homes, schools, and town squares. It's about the quiet, painful choices people make—to adapt, to resist, or to leave—when their world is remade by forces beyond their control.

Why You Should Read It

Lienhard, writing in the early 1900s, captures a raw, almost nostalgic ache for a lost way of life. His characters feel real because their struggles are internal. How do you maintain your sense of self when everything familiar is labeled 'foreign'? The book is slow and thoughtful, less about action and more about atmosphere and emotion. It made me think about all the places in the world where history isn't just a chapter in a book, but something that changes the accent of your speech and the flag on your porch.

Final Verdict

This is a book for patient readers who love immersive historical fiction. It's perfect for anyone interested in European history, regional identities, or stories about cultural displacement. It’s not a fast-paced adventure, but a deep, reflective look at a fractured community. If you enjoyed the feel of novels like Pachinko or The God of Small Things, which explore personal lives against huge political shifts, you'll find a similar, compelling gravity here.



🟢 Copyright Free

This masterpiece is free from copyright limitations. Share knowledge freely with the world.

Mary Ramirez
8 months ago

Surprisingly enough, it manages to explain difficult concepts in plain English. One of the best books I've read this year.

Barbara Robinson
1 year ago

I started reading out of curiosity and it manages to explain difficult concepts in plain English. Thanks for sharing this review.

Steven Martinez
1 month ago

To be perfectly clear, the depth of research presented here is truly commendable. Don't hesitate to start reading.

Barbara Martin
1 year ago

Five stars!

Andrew Anderson
3 months ago

I didn't expect much, but the author's voice is distinct and makes complex topics easy to digest. Don't hesitate to start reading.

5
5 out of 5 (28 User reviews )

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